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GOOD TIMES:




Ausgabe 2004-01:
Von geradezu grenzenlosem Ideenfluss und nicht zu bremsender Energie scheint der schwergewichtige New Yorker Gitarrist, Saenger, Songschreiber und Labeleigner (PCP) Popa Chubby getrieben. Mehrere Live-Alben und CDs mit Cover-Versionen gab es zuletzt von dem Blues-Verehrer, doch mit PEACE, LOVE & RESPECT praesentiert er nun wieder neue eigene Songeinfaelle. Und von denen hat er viele, die dazu noch seinen breit gefaecherten Geschmack anschaulich machen. Der Titel deutet es an: Er bezieht viele Einfluesse aus den 60ern und 70ern, die er geschickt (und manchmal clever zitierend) in seinen Sound einarbeitet. Der Opener "Unamerican Blues" koennte fast als gebremste Dr.-Feelgood-Nummer durchgehen, "The Man On The News" ist mit einem unterschwelligen Reggae-Rhythmus unterlegt, bei den "Top Ten Reasons Why I Can't Sleep At Night" reisst die swingende Orgel mit, "Keep On The Sunny Side Of Life" ist beschwingter Rock'n'Roll (in den instrumentalen Gitarrenpassagen mit Wishbone-Ash-Assoziationen), "Young Men" eine gefaellige, aber nicht kantenlos-glatte Pop-Nummer; "Life Is A Beat Down" mit seiner Rap-Affinitaet beweist Aufgeschlossenheit fuer neuere Stilentwicklungen, und das abschliessende Instrumental "See You In Sete" mit seiner suedamerikanisch inspirierten Rhythmik geht ins Blut (leider fehlen der Vorab-CD jegliche Autorenangaben). All das unterlegt Popa Chubby sehr subtil mit einem Hauch von Blues, der mal staerker, mal schwaecher ausgepraegt, aber stets praesent ist.

Mit dieser Mixtur aus Blues, Rock, Funk, Soul und Pop untermauert Popa Chubby seine Rolle als Leitfigur der modernen Blues- und Roots-Musik nachdruecklich.
(Philip Roser)





Ausgabe Feb 03:
Parallel zur Neuerscheinung ICE CREAM PHOENIX gibt es auch das 97er Debuet, mit dem der Weg zu dem deutschen Rock-Kollektiv (im positiven Sinne) geebnet wurde. Dieter Serfas (Amon Dueuel II), Franz Powalla (Lokomotive Kreuzberg) und Volker Kahrs (Grobschnitt) und die beiden Gitarristen Peter Apel und Rolf Kirschbaum waren damals schon mit dabei, um mit Songschreiber und Saenger Tom Redecker eine ganz eigene Mischung aus Krautrock, Space- und Psychedelic-Rock zu zelebrieren. Die Klangmischung war wahrhaft eigenwillig: Die Gitarren toenten mal schneidend, mal stimmungsvoll countryesk-bluesy angehaucht, erweckten den Eindruck von Weite - durchaus auch als Kontrast zur oft duesteren bis bedrohlichen Stimme Redeckers. Dazu schwerbluetig wabernde Synthi- und Keyboardnebel - die so gemalten Soundbilder entwickelten einen ganz eigenen Reiz und auch Tiefe, in die man sich wohlig fallen lassen kann - um dann allerdings immer wieder durch ungewohnte Breaks aufschrecken zu lassen. Eine homogen verknuepfte Stilvielfalt, wie sie damals rar war und auch heute selten zu finden ist. Dazu gibt´s gegenueber der Urfassung zwei Bonus-Tracks.
(Philip Roser)





Ausgabe Jun 02:
Rainer Baumann machte sich vor allem als Gitarrist bei Frumpy einen Namen, hat sich als viel gefragter Sessionmusiker sowie als Lehrbuch-Autor und Dozent an der Hochschule fuer Musik profiliert. Von jeher galt die grosse Liebe des im Schwarzwald geborenen, seit langem in Hamburg lebenden Baumann aber dem Blues, schon seit seiner mit 16 Jahren gegruendeten Barrelhouse Bluesband. 1980 nahm er MEET ME IN THE BOTTOM auf, wobei ihn Kai Weirup als Saenger und Co-Gitarrist, Guenter Remer (dr) und Uwe Wegner (b) begleiteten (auf "Hoochie Coochie Man" sang Baumann erstmals selbst). Angereichert ist die einstige Vinyl-Veroeffentlichung mit dem neunminuetigen "Help Me", das live im Hamburger Onkel Poe mitgeschnitten wurde. Satt groovender, kraftvoller, von Albert King ebenso wie britisch beeinflusster Bluesrock ist zu hoeren, der gut unterhaelt, ueberzeugende wie inspirierte Instrumentalleistungen bietet und auch mit 20 Jahren auf dem Buckel noch durch Lebendigkeit und Abwechslungsreichtum ueberzeugt.
(Philip Roser)





Ausgabe Dez 99:
Auch eine 60-Jaehrige darf in ihren Songs noch traeumen, wenn sie derart kraftvollen, aber auch einfuehlsamen Bluesrock mit R&B-Wuerze serviert wie die Texanerin Angela Strehli (voc, g). Und das mit Hilfe ausgereifter, abwechslungsreicher Songs und Gaesten wie Maria Muldaur, Matraca Berg und Stevie Ray Vaughan in einem Live-Duett von 1985.
(Philipp Roser)





Ausgabe :
Miles Davis wusste genau, weshalb er 1964 den Saxophonisten Wayne Shorter zu sich holte: Der Mann hatte nicht nur bei Art Blakeys Jazz Messengers spielen gelernt, er war auch bereits ein versierter und produktiver Komponist und Bandleader. Damals orientierte Shorter sich deutlich am Stil John Coltranes, aber in seinem mit fast mathematischer Logik aufgebautem Spiel schwang immer ein Quantum ganz eigener Vorstellungen mit, die ihn in der zweiten Haelfte der Sixties zum fuehrenden Sax-Mann machten. "Introducing" (VJ 007) zeigt jedenfalls einen schon ziemlich ausgereiften Meister, der sich mit Trompeten-Star Lee Morgan gleichberechtigte Call & Response-Duelle liefert ("Blues A La Carte", "Black Diamond"). Die sechs Titel der Original-Platte wurden um vier Bonus-Alternativ-Tracks ergaenzt. - Auf "Wayning Moments" (VJ 014) hat Freddie Hubbard Lee Morgan abgeloest, mit dem Resultat, dass die Blaeser noch eine Spur strahlender klingen. Besonders delikat faellt der Titeltrack aus, besonders rasant "Powder Keg". Alle acht Titel gibt´s im Stereo-Original und als Mono-Alternative. - Keine Bonustracks und keinen Trompeter gibt´s dagegen bei "Second Genesis" (VJ 016). Hier sind "Ruby & The Pearl" (mit gaaanz leichtem Orient-Touch) und die schoene Ballade "Tenderfoot" die Hoehepunkte.
(Hans-Juergen Guenther)





Ausgabe :
Miles Davis wusste genau, weshalb er 1964 den Saxophonisten Wayne Shorter zu sich holte: Der Mann hatte nicht nur bei Art Blakeys Jazz Messengers spielen gelernt, er war auch bereits ein versierter und produktiver Komponist und Bandleader. Damals orientierte Shorter sich deutlich am Stil John Coltranes, aber in seinem mit fast mathematischer Logik aufgebautem Spiel schwang immer ein Quantum ganz eigener Vorstellungen mit, die ihn in der zweiten Haelfte der Sixties zum fuehrenden Sax-Mann machten. "Introducing" (VJ 007) zeigt jedenfalls einen schon ziemlich ausgereiften Meister, der sich mit Trompeten-Star Lee Morgan gleichberechtigte Call & Response-Duelle liefert ("Blues A La Carte", "Black Diamond"). Die sechs Titel der Original-Platte wurden um vier Bonus-Alternativ-Tracks ergaenzt. - Auf "Wayning Moments" (VJ 014) hat Freddie Hubbard Lee Morgan abgeloest, mit dem Resultat, dass die Blaeser noch eine Spur strahlender klingen. Besonders delikat faellt der Titeltrack aus, besonders rasant "Powder Keg". Alle acht Titel gibt´s im Stereo-Original und als Mono-Alternative. - Keine Bonustracks und keinen Trompeter gibt´s dagegen bei "Second Genesis" (VJ 016). Hier sind "Ruby & The Pearl" (mit gaaanz leichtem Orient-Touch) und die schoene Ballade "Tenderfoot" die Hoehepunkte.
(Hans-Juergen Guenther)





Ausgabe :
Dankenswerterweise hat vor einiger Zeit der Fenn Music Service den Vertrieb des Vee Jay Labels uebernommen, so dass nun diverse Jazzperlen auch hierzulande problemlos erhaeltlich sind. Zum Beispiel wichtige Aufnahmen des Bassisten Paul Chambers (1935-1969).
(Hans-Juergen Guenther)





Ausgabe 2004-01:
Vom Plattenladen zum Label - das gab´s mit Rough Trade nicht nur in Punk-London, sondern auch in der Pariser Rue Pierre Sarrazin, wo Patrick Mathé und Louis Thévenon Anfang 1980 ihr New Rose-Unternahmen starteten, benannt nach der Damned-Single. Sie verkauften fleissig die neue Musik jener Jahre und veroeffentlichten von 1981 bis 1994 auf ihrem Label 349 Alben und 176 Singles. Eine repraesentative Auswahl davon ist nun auf der Vier-CDs-Box NEW ROSE STORY (85 Tracks) und der Einzel-CD STORIES (21 Tracks, 3 Ueberschneidungen mit der Box) erschienen; zusammen mit dem 1987er Sampler PLAY NEW ROSE FOR ME ergibt sich ein herrliches Gesamtportraet des aufregenden Rosen-Gartens.

Bei leichter Vereinfachung laesst sich das Spektrum der Interpreten in drei Kategorien aufteilen. Erstens: Pre-Punk-Artisten mit Ueberlebenswillen: Bo Diddley, The Troggs, Chris Spedding, Johnny Thunders, Roky Erickson, Moe Tucker, Alex Chilton.... Zweitens: Die Creme der amerikanischen Roots-Rocker und Neo-Singer/Songwriter der achtziger Jahre: True West, Lyres, Leroi Brothers, Giant Sand, Blood On The Saddle, Chris Burroughs, Calvin Russell, Kimmie Rhodes.... Drittens: Schrullige Aussenseiter und unangepasste Geheimtips: The Count, Sky Saxon, Cub Koda, The Cramps, Reptiles At Dawn, The Legendary Stardust Cowboy, Tav Falco....Und so reicht denn die Musik von Punk-Eruptionen und Swamprock-Bomben ueber aussergewoehnliche Coverversionen von Klassikern bis zu zeitlosen Perlen des Country-Rocks. Insgesamt fast sechseinhalb Stunden vortrefflicher Musik, dazu feine (Hochformat-)Booklets mit Kurz-Bios der Kuenstler. Eine Fundgrube fuer undogmatische Fans!

(Hans-Juergen Guenther)





Ausgabe Jan 00:
Live-CD des Frontmanns der Bostoner Ur-Garagen Boom Boom Band von 1982. Erdig, mit eigenwilligen Cover-Versionen ("Be Bop A Lula", "Tennessee Waltz"), Punk und energisch-derbem wie schraegen Powerrck. Immer frisch und emphelenswert.
(Philipp Roser)





Ausgabe Jan 00:
Ab Mitte der 70er Jahre gehoerte Willie Alexander mit seiner Boom Boom Band zu den wichtigsten Underground- und Garagen-Acts der US-Ostkueste und beeinflusste manche der spaeter sehr viel erfolgreicheren amerikanischen Punk-Akteure. 2003 reformierte sich die Truppe nach laengerer Inaktivitaet. Die neue CD DOG BAR YACHT CLUB ist im Wesentlichen ein abwechslungsreicher Songzyklus ueber Alexanders Heimatstadt Boston, der Raum laesst fuer die immer noch unter der Oberflaeche existente explodierende Prae-Punk-Attituede (Gitarrist Billy Loosigian, aus dessen Spiel die praegenden Elemente Beck & Page herauszuhoeren sind). Sev Grossmann sorgt mit seinem pumpenden Bass fuer Dauergroove, der mal kraeftiger ins Ohr geht, mal dezent dahin schleicht.
Es gibt einfach simpel-schoene Nummern wie "Gravely Hill" (dafuer hat es der von Charles Olson stammendeText in sich), aber auch eher epische, sich dahin schleppende ("Fred Buck´s Footsteps"), hintergruendige Auseinandersetzungen mit dem Thema Tod und Leben ("Who Killed Deanna"). DOG BAR praesentiert reifen Garagen-Rock mit durchaus kraeftigen Restspuren einstiger Aufsaessigkeit - und live soll laut Augenzeugen die Post bei den Mittfuenfzigern immer noch hoellisch abgehen.

(Philipp Roser)





Ausgabe 2004-03:
Kleine Werkschau (Best-Of-CD plus DVD) eines Texaners, der noch zu wenig bekannt ist. Unter Calvin Russells Cowboyhut steckt das gegerbte Ledergesicht eines Mannes, der einem Song von Woody Guthrie entsprungen ist. Und wenn er seine Stories ueber das grosse und kleine Elend der Welt erzaehlt, merkt man, dass er auf der "bad side of town" aufgewachsen ist. Russell reiste lange Zeit unstet umher, lernte mexikanische Gefaengnisse von innen kennen, reifte zum nachdenklichen, zutiefst humanen Zeitgenossen und schreibt Songs darueber, die prall gefuellt sind mit frustrierten Verlierern. Aber Russell spendet ihnen Trost und schlaegt Hoffnungsschneisen. Die Musik dazu ist eine Mischung aus Blues-Nummern mit drohender, bohrender Gitarre, gut ausbalancierten Balladen, knallharten Rockern und locker trabenden Country-Toenen.
(Hans-Juergen Guenther)





Ausgabe 2004-01:
Wer - aus welchen Gruenden auch immer - noch keine Perkins-CD sein Eigen nennt, greife beruhigt zu dieser Kompilation. Sie enthaelt die essenziellen Aufnahmen dieses Rock´n´Rollers, darunter seinen Super- Hit "Blue Suede Shoes" (1956, US #4) und die von den Beatles nur allzu gern uebernommenen Treffer "Honey Don´t", "Matchbox" und "Everybody´s Trying To Be My Baby". Vor allem Ringo war ein Fan des kommerziell eher ungluecklich agierenden Perkins, dem gewiss mehr Anerkennung als umgemuenzter Ruhm zuteil wurde. Die - leider allzu kurze - Werkschau (darunter auch eine hoerenswerte Version des Platters-Hits "Only You") wird ergaenzt durch gute Bonus-Tracks in Form von (unveroeffentlichten) Alternativversionen.
(Hans-Juergen Guenther)

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