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16.99 €
CD  
EAN: 4025781107720
Bestellnr.: R 77
Preiscode: 140
DANIEL KAHN & PAINTED BIRD
Lost Causes
ORIENTE
Lost Causes" heißt das neue Album von Daniel Kahn und seiner Band "The Painted Bird"
Wenn man es also 'Hoffnungslose Faelle' oder 'Holzwege' nennt, sieht man wohl nicht gerade optimistisch in die Zukunft. Wenn man aber diese Platte hoert, die einen Ton fuer Ton auf Wochen hin nicht in Ruhe laeßt, und wenn man Daniel Kahns Enthusiasmus auf der Buehne erlebt, wie er regelrecht in Flammen steht, dann sieht die Welt doch schon ganz anders aus
THE LOST CAUSE KAPELYE [which is also The Painted Bird]:
Daniel Kahn: Voice, Accordion, Piano, Guitars, Ukulele, Junk Percussion, Banjo, Bass Drum, Harmonica, Lili Marleen Music Box, Toy Piano
Hampus Melin: Drums, Poyk, Junk Percussion
Michael Tuttle: Contrabass
Jake Shulman-Ment: Fiddle, Voice [Klezmer Bund, Arbetsloz]
Michael Winograd: Clarinets, Piano [Inner Emigration], Horn Arrangements
Dan Blacksberg: Trombone, Horn Arrangements
Paul Brody: Trumpet, Flugel Horn
Vanya Zhuk: Guitar-In Kamf, Arbetsloz, Koyen, voice[Klezmer Bund,In Kamf]
Tine Kindermann: Musical Saw & Voice [Lili Marleen]

THE LOST CAUSE CHORUS:
Michael Alpert [Klezmer Bund, Arbetsloz, Sunday, Vemen]
Psoy Korolenko [Klezmer Bund]
Sarah Gordon [Klezmer Bund, A Miller's Tears]
Sasha Lurje [Klezmer Bund, Avreml, Arbetsloz]
Dina Gidon [Klezmer Bund, Avreml, Arbetsloz]
Lyuba Ponkina [Klezmer Bund, Avreml, Sunday]
Adrienne Cooper [Klezmer Bund, Arbetsloz, Sunday]
Lorin Sklamberg [Klezmer Bund, Sunday, Vemen]
Benjy Fox-Rosen [Klezmer Bund, Arbetsloz, Sunday, Vemen]
Geoff Berner [Klezmer Bund]
and the venerable Pete Sokolow [Klezmer Bund]

Produced by Colin Bass
Recorded February 1-12, 2010, DerART Studio, Berlin; engineered by Reiner Lehmann.
Mixed by Colin Bass at Kartini Studios, Berlin
Mastering by Andreas Balaskas, Masterlab Studios Berlin
Additional vocal recording at Wombat Studios, Brooklyn, NY in May; engineered by Ross Bonnadonna
Additional editing by Jens Troendle at fuenfton Studio, Berlin
Produced with the generous support of the Berliner Kulturverwaltung
Daniel Kahn & The Painted Bird: Lost Causes
Emma Goldman sagte einmal, "if I can't dance, I don't want to be part of your revolution". "Lost Causes" heißt das neue Album von Daniel Kahn und seiner Band "The Painted Bird". Und wenn man sich vor Augen fuehrt, daß Daniel Kahn zu seiner kuenstlerischen Arbeit einmal gesagt hat, "the people who really understand what I'm doing are the people who read it politically", dann weiß man, daß Daniel Kahn nicht gerade optimistisch in die Zukunft sieht, wenn er sein neues Album "Lost Causes" nennt. Doch gleichzeitig muß man von der "Kraft des Revolutionaeren" (Musikexpress) sprechen, die Daniel Kahns Kunst zu eigen ist, von dem Enthusiasmus, der wie in seinen legendaeren Live-Konzerten in jeder Zeile zu spueren ist., die Kahn auf seiner neuen CD singt.
"Wenn es um abgefahrene Klezmer-Musik geht, waren die Musikanten aus den USA schon immer weit vorne. Auch Daniel Kahn aus Detroit gehoert zu der Kaste jiddischer Musik-Agitatoren. Sein aktueller Standort nach New Orleans und New York ist nun Berlin. 2005 gruendete er "The Painted Bird" (Klaus Halama), und in Berlin wurde auch das neue Album aufgenommen. Natuerlich wieder eine "explosive Mischung aus Klezmer, radikalen jiddischen Songs, politischem Kabarett und Punk Folk", aber eben: "Verfremdungsklezmer"! Glotzt nicht so philosemitisch! Und rezipiert die Songs und die Musik des Daniel Kahn politisch! Nicht zufaellig findet sich auch auf dem neuen Album wieder Musik von Brecht/Weill, aber auch politische Musik des ausgehenden 19.Jahrhunderts: der große Song "In Kamf" von David Edelstadt, geschrieben 1889 in New York oder das erschuetternde "ViAzoy?", das Avrom Sutzkever 1943 im Wilnaer Ghetto geschrieben hat. Historische progressive juedische Musik, die Kahn ausgegraben und musikalisch in unsere Zeit - einer neuen Zeit "verlorener Faelle" - uebertragen hat - politische Musik, in der sich Daniel Kahn mindestens genauso stark konnotiert wie in der Szene "radikaler juedischer Kultur" New Yorks der 80er und 90er Jahre um John Zorn, David Krakauer oder Anthony Coleman. Und in der kreativen Berliner Szene um und im legendaeren Kaffee Burger, versteht sich - dessen Hausband Daniel Kahn und seine "Painted Birds" gewissermaßen sind. Dort hat auch Maik Brueggemeyer die Band gesehen und im "Rolling Stone" 3/2010 eine große Rezension geschrieben: "... zu den Klaengen einer Spieluhr: Lili Marleen - auf Jiddisch. Eine subversive Finte, die dem Russendisko-geschulten Publikum wohl entgeht. (...) Ueber Brechts Frage "Wovon lebt der Mensch?" eroeffnet die Band ihr hintersinniges Tanzvergnuegen. Alles hopst und trinkt und Kahn singt von Revolution, Whiskey und Zion, innerer Emigration und Parasitentum. Am Ende steht das jiddische Volkslied "Dem Milners Trern". Man kennt es aus dem Coen-Film "A Serious Man". Auch Daniel Kahn, Moralist und Anarchist zugleich, meint alles ernst."
Doch Daniel Kahn ist nicht nur Klezmer-Musiker, als der er im Land der Taeter und der Gedenktage-Kultur gern vereinnahmend und damit verharmlosend abgestempelt wird, nein, er ist auch ein versierter Singer/Songwriter. "Goerlitzer Park" zeigt die "romantische" Seite des Daniel Kahn - ein "Berlin-Song" ganz eigener Kraft, wie ihn so wohl nur ein amerikanischer Jude, der in Berlin lebt, schreiben kann (und nicht zuletzt ein Liebeslied von einer Intensitaet, wie es derzeit nur wenige deutsche Liedermacher schreiben koennten). Und die grandiose Ballade "Sunday after the war" gibt uns eine Ahnung davon, was es mit den verlorenen Faellen und verpaßten Chancen auf sich hat.
Daniel Kahn vereint die besten Traditionen amerikanischer und juedischer Musik - amerikanische Folksongs in der Tradition von Woody Guthrie oder Pete Seeger, und jiddische Protestsongs. Daniel Kahn fuegt diesem Songkatalog elegant neue Facetten hinzu in Liedern wie "Inner Emigration", oder im brillanten "Klezmer Bund", in dem er mit seinen Musikern ein rotzig-ironisches Buendnis (be)schließt. Gleichzeitig ist Kahn ein Interpret von Arbeiterliedern, von Brecht/Eisler-Songs, wie ihn Deutschland seit den Tagen von Ernst Busch nicht mehr gesehen hat. Ein "Barrikaden-Saenger" im besten Sinne des Wortes. Wenn Daniel Kahn mit seiner Band Lieder wie "In Kamf", Mordechai Gebirtigs "Arbetslozer Marsh" oder Brechts "Denn wovon lebt der Mensch?" singt, dann hoeren wir nicht brave museale Musikkultur, sondern dann wird wieder klar, daß diese Musik einmal fuer die Straße, fuer die Veraenderung der Welt und nicht fuers Theater geschrieben wurde. Und daß Daniel Kahn und seine Musiker keineswegs gewillt sind, die "Lost Causes" von vornherein verloren zu geben

Einzeltitel:

  1. Avremil the Filcher / Avremil der Marvikher 05:27
  2. Vemen veln mir dinen ? 01:18
  3. Sunday after the War 05:47
  4. March of the Jobless Corps/ Arbetslozer Marsh 03:48
  5. In Kamf 02:22
  6. Vi azoy ? 04:46
  7. Inner Emigration 06:04
  8. Denn wovon lebt der Mensch ? 03:53
  9. Lili Marleyn, Fartaysht 03:15
  10. Goerlitzer Park 04:39
  11. Zeyde Cohen [medley] 03:55
  12. Klezmer Bund 03:53
  13. A Miller's Tears 04:22



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